NSSV Rangliste 2014

 

 

Quelle: Leine-Deister-Zeitung Gronau

 

Vereinsgeschichte

Die Vereinsgeschichte

Der Schützenverein Gronau wurde 1904 von folgenden Mitgleidern gegründet:


Die Gründungsmitglieder 1904
Otto Benne, Schlachtermeister
Louis Fischer, Bäckermeister
Dr. med. Flügge, Sanitätsrat
Ernst Goltermann, Uhrmachermeister
Theodor Hamann, Malermeister
Albert Heine, Schuhmachermeister
Ewald Herzog, Uhrmachermeister
Louis Hoffmeister, Dachdeckermeister
Wilhelm Klingeberg, Malermeister
Heinrich Köster, Kaufmann
Christian Koopmann, Bäckermeister
Carl Lichtenberg, Maurermeister
Conrad Möhle, Klempnermeister
Heinrich Mörs, Rechnungsrat
Carl Mundt, Gastwirt
August Ostmann, Gastwirt
Hermann Reinecke, Tischlermeister
Johannes Schlichtmann, Kaufmann
Conrad Schneehagen, Tischlermeister
August Schwerdtfeger, Zimmermeister
Wilhelm Strube, Kaufmann
August Vespermann, Kaufmann
Carl Winter, Kaufmann
Friedrich Wöckner, Schuhmachermeister
Ludwig Zschasche, Rentmeister



 
    

Foto vom Freischiessen von 1904
    



1904 bis zum 2. Weltkrieg

Die Annalen des Vereins verzeichnen einen ersten Schießstand mit einer Scheibe im Garten des Gastwirtes Rehme im Oktober 1905. Im Hinblick auf das erste vereinseigene Schützenfest im Jahre 1906 und aus der guten Erwägung heraus, dass ein Großverband die Belange wirkungsvoll vertritt, trat die Gemeinschaft Gronau dem im Jahre 1861 in Gotha gegründeten "Deutschen Schützenbund" bei.

Dem zweiten Schützenfest im Jahre 1909 folgte im Jahre 1913 eine würdige Veranstaltung in Form, dass der evangelisch-lutherische Pastor Baring am 22. Juni die Schützenfahne und die wertvolle Königskette weihte.

Das zehnjährige Stiftungsfest wurde in Festzelten im Ostmannschen Garten im Juli 1914 gefeiert und war unbewußt Abschluss einer ersten glanzvollen Zeit des jungen Vereins in einer ruhevollen Zeit.

Drei Schützenbrüder kehrten aus dem 1. Weltkrieg nicht zurück.

August Greve †
Wilhelm Klingeberg †
Conrad Möhle †

Der verlorene Krieg, seine Folgen und die anschließenden politischen Wirren und deren Auswirkungen ließen das Vereinsleben nur zögernd wieder aufleben.

Erst im Jahr 1921 verzeichnet wieder ein erstes Königsschießen. Tatkraft und Energie des 1. Schützenmeisters Dr. med. Lichtenberg sowie die Unterstützung des Vereinswirtes Schützenbruder Rehme bewirkten, dass im Frühjahr 1924 mit dem Bau eines neuen Schießstandes begonnen wurde, der vier Bahnen aufwies und für seine Zeit als mustergültig galt. Im Herbst fand die Einweihung des Standes und des ebenfalls erbauten Schießhauses statt. Dem Initiator Dr. Lichtenberg war es durch seinen plötzlichen Tod nicht vergönnt, die fertige Anlage zu erleben.

Die erhaltenen Protokolle der zwanziger und ersten dreißiger Jahre weisen ein reges Vereinsleben aus, das zeitweilig über den örtlichen und engeren Bereich hinaus ausstrahlte. Sie zeigen auf, dass mit viel Freude aber auch Mühe und persönlicheren Opfern die Mitglieder die Belange des Schützenwesens wahrnehmen. Zeitweilige und offenbar unausbleibliche Zwistigkeiten wurden mit Ernst, rechtschaffener Verantwortung und Redlichkeit ausgetragen und letztlich mit der Bereitschaft zum Kompromiss zur allseitigen Zufriedenheit bereinigt.

Die 25-Jahrfeier war ein 7-Tage-Volksfest, das lebhaften Widerhall fand und den Presseberichten nach den Schützengedanken förderte und für die Gronauer Einwohner ein echtes Erlebnis in der wirtschaftlichen Blütezeit der zwanziger Jahre war.

Wenn zur Gründungszeit bis nach dem 1. Weltkrieg der gewählte Vereins-Erste als 1. Vorsitzender; von 1922 ab als 1. Schützenmeister und nach 1934 als Vereinsführer bezeichnet wurde, so zeigen diese Titel den Wandel der Zeit sinnfähig auf.

Im Jahre 1934 wurde der "Schützenverein Gronau von 1904 e. V." dem "Deutschen Schützenverband" angegliedert. In dieser Zeit fällt das 30jährige Stiftungsfest, das ebenfalls eine Woche lang als echtes Volksfest ablief, obwohl die Akzente etwas anders gesetzt waren. In der Zeit des Nationalsozialismus wechselten vereinsmäßige Schützenveranstaltungen herkömmlicher Art mit der Zeit entsprechenden Opfer- und Wehrschießen. Auch bei diesen zahlreichen Veranstaltungen wurden von den damaligen Mitgliedern Zeit, Energie und erhebliche finanzielle Mittel eingesetzt, die der Würdigung bedürfen und nicht verleugnet werden sollen.

Ein letztes großes Schützenfest vor dem Zweiten Weltkrieg fand als Zeltfest vom 08. bis zum 10. Juli 1939 statt. Es war das 35 Jährige Stiftungsfest, bei dem eine neue Fahne geweiht wurde.

Der zweite große Krieg setzte dem Vereinsleben ein Ende. Das letzte Protokoll wurde unter dem 18. Juli 1940 verzeichnet; ein totaler Krieg verlangte totalen Einsatz und endete im ebenso totalen Zusammenbruch.

Die damaligen Sieger entführten die alte Schützenfahne als billige Siegestrophäe auf einem ihrer Sherman-Panzer als Souvenir.

In Ehrfurcht gedenken wir der Schützenbruder, die aus dem Zweiten Weltkrieg nicht heimkehrten:

Willi Goltermann †
Helmut Bock †
Willi Voigt †
Fritz Deutschmann †

Der Wunsch und Wille unserer Generation geht dahin, dass Verfassern späterer Festschriften es erspart bleiben möge, zu den Gedenktafeln gefallener Schützenbrüder aus den zwei Weltkriegen weitere hinzufügen zu müssen. Dieser Vorsatz sei Vermächtnis der Gefallenen.

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Wiedergründung 1958

Drei alten Schützenbrüdern ist es zu verdanken, dass die Neugründung oder Wiedergründung des "Schützenverein Gronau von 1904 e.V." erfolgte. Sie kamen dem Wunsche der jüngeren Generation in einer konsolidierteren Zeit und der eines wirtschaftlichen Wiederaufbaus entgegen. Dank gebührt den Schützenbrüdern Fritz Cordes, Ernst Goltermann und Heinrich Wulfes; sie wurden vor dem 60hährigen Stiftungsfest durch den Tod abberufen.


Wiedergründungsmitglieder 1958
Gerhard Abramski
Friedrich Achilles
Ludwig Bartels
Kurt Briski
Friedrich Cordes
Ernst Egermann
Gerhard Geese
Günther Gerling
Friedrich Gödecke
Ernst Goltermann
Willi Goltermann
Werner Helmedach
Ludwig Hoffmeister jun.
Otto Marahrens
Georg Müller
Burkhard Reising
Walter Schaper
August Schultz jun.
Hans Schwetje
Fritz Stolte
Klaus Tilsner
Erich Wolter
Heinrich Wulfes



 

Die Namen der Wiedergründer verdienen es, in der Chronik vermerkt zu werden. An dieser Stelle sei ihnen für ihren damaligen Entschluss gedankt.

Der "Schützenverein Gronau von 1904 e.V." trat unmittelbar nach seiner Neugründung dem 1951 in Frankfurt als Dachverband gegründeten "Deutscher Schützenbund" bei.

Sinnfälligen und sichtbaren Dank statteten die Gronauer Schützenbrüder zwei alten Mitgliedern im Jahre 1960 dadurch ab, als sie Heinrich Wulfes zum Ehrenvorsitzenden und Ludwig Hofmeister zum Ehrenmitglied ernannten.

Bedingt durch die Bestimmungen der Siegermächte von 1945 war ein altes Vereinsvermögen nicht vorhanden. Der Schießstand war eingeebnet und das Vereinshaus zu einer Wohnung ausgebaut.

Am Wiederbeginn des Schießbetriebes stand ein Provisorium, das dank dem Entgegenkommen des Schützenbruders Günther Ostmann, ein regelmäßiges Übungsschießen gestattete.

Am 31. Januar konnte Vereinsvorsitzender Willi Goltermann von dem Vereinswirt Schützenbruder Chojnowski das neugestaltete Schützenheim mit neuem Schießstand in Besitz nehmen. Das Protokoll verzeichnet, wem der stellvertretende Vorsitzende Georg Müller Dank aussprach für die tatkräftige Hilfe beim Auf- und Ausbau der neuen Anlage.

Das erste Schützen- und Heimatfest war einer Fahnenweihe verbunden. Der damalige Vorsitzende Karl Hammerschmidt hatte in gemeinsamer Arbeit mit dem Festausschuß glänzende Vorbereitungen getroffen. Das Fest des Jahres 1964 setzte für Gronau echte neue Maßstäbe. Zum ersten Mal erschien wieder eine kleine Festschrift, und das Brilliant-Höhenfeuerwerk wurde für die folgenden Feste zu einer ständigen Einrichtung innerhalb der Programme.

Die Leitung des Festablaufs oblag dem zweiten Vorsitzenden Müller; Karl Hammerschmidt war durch den plötzlichen Tod seines Vaters an der Teilnahme verhindert.

Im darauffolgenden Jahr 1965 gelang es der ersten Mannschaft (Borchers, Bothmann, Fricke, Martin) in die Landesliga aufzusteigen. Seitdem sind die Mannschaften des Gronauer Vereins in der Regel im ersten Drittel der Wertungslisten dieser höchsten Klasse niedersächsischer Sportschützen zu finden. In das Jahr 1965 fällt auch der Beginn einer Freundschaft, die die Zeiten überdauerte und ein enges Band zwischen den Schützen aus Fürstenfeldbruck und Gronau verknüpfte. In wechselseitigen Besuchen erfährt diese gute Verbindung ständige weitere Vertiefung; familiäre Bande wurde geknüpft und die Schützen aus Fürstenfeldbruck, nebst ihren Angehörigen, sind gern gesehene Gäste in der Leinestadt.

Das Schützen- und Heimatfest des Jahres 1966 wies wiederum eine Besonderheit auf. Die "Jugendband Hannover" erregte einiges Aufsehen, als sie im Festzug - instrumental stark besetzt - schmissige Weisen schmetterte. Das Marschtempo dieser Jugendband wurde in der Zwischenzeit von weiteren Musikzügen übernommen. Die Zeiten preußisch-deutscher 114er-Marschtempi scheinen der Vergangenheit anzugehören.

Als 1697 der bisherige Sportleiter Friedrich Achilles zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde, konnte er als Betreuer der aktiven Schützen auf gute Erfolge zurückblicken. Zum ersten Male entsandte Gronau einen Teilnehmer zur Deutschen Meisterschaft nach Wiesbaden. Heinz Borchers hatte sich in der Niedersächsischen Landesmeisterschaft qualifiziert; er wurde nach Wiesbaden von einer Gruppe Mitschützen begleitet, die einmal die Atmosphäre großer schießsportlicher Veranstaltungen erleben wollte.

Im Jahre der Wiederkehr der 10-jährigen Neugründung erhielt der Verein wiederum das Recht ein Schützen- und Heimatfest auszurichten. In diesem Jahr konnte Gronau mit den Schützen Martin und Bothmann bereits zwei Teilnehmer zur Deutschen Meisterschaft entsenden.


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Letzte Änderung am Freitag, 15. März 2013